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30 Jahre Erasmus: Ein Rückblick

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Über vier Millionen – so viele Studierende haben seit 1987 die Chance ergriffen und mit dem Erasmus-Programm im Ausland studiert. Allein 30.000 deutsche Studenten werfen jährlich einen Blick über den Tellerrand. Doch wie funktioniert Erasmus eigentlich genau?  Wer darf mitmachen und wie läuft die Planung ab? Wir verschaffen euch anlässlich des 30-jährigen Erasmus-Jubiläums 2017 den Überblick.

Von Sandra Enard und Jonathan Odin-Gebhardt

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Was verbirgt sich hinter Erasmus+?

Das Erasmus-Programm wurde am 1. Januar 2014 zu Erasmus+ erweitert  – mit dem Ziel, bis 2020 weiteren vier Millionen jungen Menschen die Teilnahme an einem EU-finanzierten Austauschprogramm zu ermöglichen. Die Europäische Union (EU) stellt hierfür ein Budget von 14,7 Milliarden Euro zur Verfügung. Zu den teilnehmenden Austausch-Ländern zählen sowohl alle 28 EU-Mitgliedsstaaten als auch die sogenannten Programmländer Island, Liechtenstein, Mazedonien, Norwegen und die Türkei.

Wie entstand Erasmus+?

Begonnen hat alles am 15. Juni 1987 mit der Gründung des Programms durch den Rat der Europäischen Union zur Förderung der (Hoch-) Schul-, Berufs- und Erwachsenenbildung. Seitdem hat sich viel getan: Heute kümmert sich der Rat für Bildung, Jugend, Kultur und Sport um diese Belange. Der Fokus liegt heute mit Erasmus+ vor allem auf der Verbesserung von Job-Perspektiven für junge EU-Bürger und der Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit. Von 2014 bis 2020 sollen weitere vier Millionen Menschen an EU-finanzierten Austauschprogrammen teilnehmen und damit ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern. Erasmus+ vereint dafür die bisherigen EU-Programme für lebenslanges Lernen, Jugend und Sport sowie die europäischen Kooperationsprogramme im Hochschulbereich.

Junge Menschen, die sich entschließen, Zeit im Ausland zu verbringen, erhoffen sich heute vor allem bessere Jobchancen. Tatsächlich ist es so, dass die Arbeitslosenquote bei ehemaligen Erasmus-Studenten im Vergleich geringer ist, fünf Jahre nach dem Abschluss liegt die Arbeitslosenquote ehemaliger Erasmus-Studenten 23 Prozent unter der von Studenten, die nicht im Ausland waren. Gleichzeitig ist beispielsweise die Bereitschaft auszuwandern unter Erasmus-Studenten wesentlich höher: 93 Prozent können sich das gut vorstellen, im Vergleich dazu nur 73 Prozent der Studenten ohne Auslandserfahrung. Nicht selten erhalten die Berufsanfänger sogar Stellenangebote von ihren ehemaligen Praktikumsstellen im Ausland, sagt Sandra Fiene, Pressereferentin der Vertretung der EU-Kommission in Bonn.

Kannst du bei Erasmus+ mitmachen?

Grundsätzlich kann jeder Bürger der EU-Länder und der oben genannten Programmländer teilnehmen. Das gilt jedoch nicht nur für Hochschul- und Universitätsstudenten, sondern auch für Berufsschüler und Ausbildende, Auszubildende, Lehrer sowie Sozialarbeiter. Hierbei geht es dann darum, vor Ort Praktika oder Hospitationen durchzuführen. Mit einer unbegrenzten Aufenthaltsgenehmigung oder als offiziell anerkannter Flüchtling oder Staatenloser kannst du ebenfalls Erasmus+ nutzen. Du solltest jedoch zumindest die Grundkenntnisse der jeweiligen Landessprache beherrschen. Als Student musst du an einer Hochschule immatrikuliert sein, in Vollzeit studieren und mindestens das erste Studienjahr abgeschlossen haben. Hier sind auch die Sprachkenntnisse für das Austauschland wichtig, um den Lehrveranstaltungen dort folgen zu können, erklärt Sandra Fiene, die Pressereferentin der Vertretung der EU-Kommission in Bonn. Schließlich verpflichtest du dich noch, eine bestimmte Anzahl an ECTS-Punkten während deines Aufenthalts im Ausland zu sammeln.

Wie kannst du dich bei Erasmus+ bewerben?

Für jede Erasmus-Bewerbung gelten bestimmte Fristen, deshalb solltest du diese möglichst früh beim Erasmus-Hochschulkoordinator deiner Heimatuniversität erfragen. Ein wichtiger Teil der Bewerbung ist das Motivationsschreiben: Hier begründest du, weshalb du an die gewünschte Universität gehen oder einem bestimmten Arbeitgeber im Ausland ein Praktikum machen willst. Ein Nachweis der bisher erbrachten Studienleistungen, erworbener Sprachkenntnisse und ein Lebenslauf gehören ebenfalls in die Bewerbung. Wenn du noch Fragen hast, ist der der Erasmus-Hochschulkoordinator dein erster Ansprechpartner. Alle Unterlagen reichst du schließlich bei deiner Heimatuniversität ein.

Was für Leistungen bietet Erasmus+ für dich?

Das Erasmus-Programm unterstützt dich finanziell beim Auslandsaufenthalt und erlässt dir etwaige Studiengebühren im Ausland. Außerdem hilft es dir, Studienleistungen und Praktika im Ausland anerkennen zu lassen. Bis zu 12 Monate kannst du dich von Erasmus+  finanziell unterstützen lassen. Du kannst bis zu 700 Euro monatlich erhalten, der genaue Betrag hängt von den dortigen Lebenshaltungskosten ab. Deine Erasmus-Förderung musst du später sogar nicht zurückzahlen, bekräftigt Sandra Fiene, die Pressereferentin der Vertretung der EU-Kommission in Bonn. Außerdem ist sie ebenfalls mit BAföG und Deutschlandstipendien kombinierbar. Zur Vorbereitung deines Auslandsaufenthaltes kann dich Erasmus+ mit Online-Sprachkursen unterstützen.

Wie kannst du deine Leistungen im Ausland mit Erasmus+ anerkennen lassen?

Bekommst du die Erasmus-Förderung zugesagt, solltest du klären, welche Leistungen im Ausland an deiner Heimathochschule anerkannt werden. Dies wird individuell durch die Verträge zwischen deiner Heimat- und Auslandshochschule bestimmt. Vor dem Auslandsaufenthalt musst du deshalb ein “Learning Agreement” ausfüllen und an deiner Heimathochschule unterschreiben lassen. Dieses Vereinbarung listet die für dich geplanten Veranstaltungen und Module im Ausland auf. Jedem Modul werden dann die sogenannten ECTS-Punkte zugeordnet, die die Leistungen an verschiedenen Universitäten vergleichbar machen. Deine Heimathochschule wird dir dabei eine zu erreichende Anzahl dieser Punkte vorgeben. Nach dem Auslandsaufenthalt musst du schließlich ein “Transcript of Records” ausfüllen, das der Erasmus-Beauftragte der Partnerhochschule vor dem Ende deines Aufenthalts dort unterschreibt. Dieses Dokument enthält deine tatsächlich erbrachten Leistungen.

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Autor: kunDAbunt

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