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Alles über Auslandsstipendien

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Damit es an den Kosten nicht scheitern muss, geben wir einigen Tipps zu Auslandsstipendien für ein internationales Semester oder Praktika. Wie bewerben, wo und wofür? Ein Überblick.

Von Amelie Lingner

Es gibt viele Gründe dafür, dass man sich dazu entscheidet, für ein Semester im Ausland zu studieren. Du machst neue Erfahrungen, lernst neue Kulturen und Menschen kennen, kannst über den Tellerrand hinausschauen und sicherlich einer der wichtigsten Gründe für solch ein Auslandsstudium – deine Sprachkenntnisse werden verbessert. Neben den positiven Gründen gibt es oft ein großes Problem: die Finanzierung.

Ein Auslandsaufenthalt ist meist ziemlich teuer: Studiengebühren, Unterbringung, Reisekosten und Geld zum Leben können sich auf eine ganz schöne Summe belaufen. Nur sehr wenige Studenten können mal eben ein paar tausend Euro aus dem Stegreif bezahlen. Steht man nun vor einer scheinbar unüberwindbaren Hürde? Meistens Nein. Man muss sein Ziel nicht gleich aufgeben, denn es gibt viele Möglichkeiten, ein Semester oder eine längere Zeit im Ausland mit entsprechender Förderung zu finanzieren – vor allem die Bewerbung auf Stipendien lohnt sich.

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(Quelle: Norbert Hüttermann / DAAD)

Bevor du dich darüber informierst, solltest du dir erst Gedanken machen: Welche Art von Auslandaufenthalt soll es sein? Wo soll es hingehen? Welche Programme passen zu mir? Hat meine Uni/Hochschule Kooperationen mit anderen Unis oder Hochschulen? Danach kannst du mit der Suche nach passenden Stipendien beginnen. Fang damit nicht erst kurzfristig an, die ersten Planungen sollten bereits mindestens ein Jahr vorher beginnen.

Voraussetzungen für ein Stipendium

Den ersten Mythos schaffen wir mal aus der Welt: Wenn man keinen Einserabschluss mit Sternchen hat, braucht man sich erst gar nicht zu bewerben – das stimmt nämlich gar nicht, es muss nicht immer die 1,0 sein. Es geht nicht nur um den Notendurschnitt, auch mit einem Zweierschnitt hat man eine Chance. Einige Stiftungen haben es sich sogar zur Aufgabe gemacht, benachteiligte Studenten zu unterstützen. Wichtig ist vor allem soziales oder gesellschaftspolitische Engagement. Denn das hat im Verhältnis zu den Noten deutlich an Bedeutung gewonnen.

Das wiederum bedeutet nicht, dass du selbst in einer Organisation oder Bewegung sein musst. Du musst auch kein Schulsprecher oder jahrelanger Vorstand gewesen sein. Vielmehr kommt es darauf an, dass du dich einbringst. Dazu zählt schon das Trainieren einer Jugendmannschaft oder die Arbeit in der freiwilligen Feuerwehr. Soziale Freizeitaktivitäten punkten bei den Stiftungen und können oft ein Ausgleich zu einem eher mittelmäßigen Notendurschnitt sein.

Für ein Stipendium musst du im Regelfall an einer deutschen Hochschule eingeschrieben sein. Dabei können sich sowohl Studienanfänger als auch Studenten höherer Semester bewerben. Viele Stiftungen setzen voraus, dass du sie über deinen Studienerfolg, in Form von Jahresberichten und Studien- Gesprächen, auf dem Laufenden hältst. Außerdem ist es vorgeschrieben, an speziellen Seminaren und Tagungen seines Förderers teilzunehmen. Auf solchen Veranstaltungen geht es vor allem um dem Austausch mit anderen Stipendiaten und helfen dabei Netzwerke aufzubauen und zu pflegen.

Welche Stiftungen und Organisationen gibt es?

Schaue erst einmal in Stipendiendatenbanken vorbei, anstatt aufwändige und zeitraubende Recherchen im Internet zu betreiben. In solchen Datenbanken werden Stipendien nach Bewerbungsvoraussetzungen und Interessen gefiltert, sodass du dir die Durchsicht zahlreicher Stipendienwebsites sparst, die nicht auf dein Profil passen.

Wenn du etwas mehr Hilfe bei der Organisation wünschst, dann schaue auch unbedingt die Seite von Erasmus. Erasmus ist das Förderprogramm der EU. Es vergibt Auslandsstipendien und informiert Studenten rund um das Studium im Ausland und bietet entsprechende Förderung. Zahlreiche Stipendien für einen Auslandsaufenthalt zu Studienzwecken findet man außerdem beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD). Dort findet man des Weiteren zahlreiche Kontakte zu deutschen Organisationen, welche Stipendien ausschreiben und Auslandsaufenthalte während des Studiums fördern. Weitere Anhaltspunkte, die dir weiterhelfen können, findest du außerdem beim Förderprogramm Deutschlandstipendium.

Ein Punkt, den du auch unbedingt beachten solltest ist, dass etliche Förderungen in Deutschland immer noch ungenutzt bleiben, weil viele Stiftungen bei Studierenden weniger bekannt sind und deshalb keine Stipendiaten finden; Beispiele wären etwa der Studienfonds Ostwestfalen-Lippe oder die Alfred Toepfer Stiftung. Eine detaillierte Suche lohnt sich allemal.

(Quelle: )

(Quelle: Alfred Toepfer Stiftung)

Große, parteinahe Stiftungen

Hinter großen deutschen Stiftungen wie der Konrad- Adenauer- Stiftung, der Friedrich- Ebert- Stiftung, der Hans- Böckler- Stiftung  oder des Evangelische Studienwerk Villigst, stehen entweder Parteien, Wirtschaftsverbände oder Kirchen und richten ihre Auswahlkriterien an deren Überzeugungen und Werten aus.

Der IEC (International Education for Global Minds) hat gemeinsam mit der Deutschen Bildung die Studienförderung „Ausland“ entwickelt, mit der man auch unabhängig von seiner finanziellen Situation in den Genuss eines Studiums im Ausland kommen kann. Dieses Programm ist ebenfalls eine gute Anlaufstelle. Niemand muss in seinen Überzeugungen zu 100 Prozent mit der Stiftung übereinstimmen. Es reicht schon vollkommen, wenn du dich im Großen und Ganzen mit der Stiftung und ihren Anliegen identifizieren kannst.

Wieviel wird gezahlt?

Die Konditionen der verschiedenen Stiftungen bzw. Förderern variieren stark je nach Organisation und Studienort im Ausland. Dort informierst du dich am besten vor Ort auf den jeweiligen Seiten oder nimmst eine meist kostenlose Beratung in Anspruch.  Es gibt es Stipendien, die nur einen kleinen Teil der Ausgaben decken. So eines ist das Deutschlandstipendium, das Studierende mit 300 Euro monatlich fördert, in der Regel für die Dauer eines Jahres. Es werden 150 Euro vom Bund bereitgestellt und 150 Euro werden von privaten Förderern übernommen. Dabei wird das Deutschlandstipendium von den Hochschulen direkt an die Studenten ausgezahlt.

Andererseits gibt es auch Programme, die große Summen abdecken wie etwa die IEC, die eine Mindestsumme von 3.000 Euro gibt. Die Förderhöchstsumme beträgt aber bis zu 30.000 Euro für einen Master und bis zu 15.000 Euro für einen Bachelor; Auszahlungsbeträge liegen zwischen 100 Euro und 1000 Euro im Monat.

Wie bewerben?

Allgemein ist es so, dass die Bewerbungen schriftlich eingereicht werden müssen. Um überhaupt Erfolg zu versprechen, müssen Gutachten von Professoren oder Dozenten beigelegt werden. Damit hättest du die erste Hürde  überwunden. Aber aufpassen bei den Fristen! Viele Organisationen, besonders Stiftungen, haben nur eine Deadline im Jahr, da sind knapp verspätet eingereichte Bewerbungen umso ärgerlicher. Früh dran sein lohnt sich also.

Und schreibe so viele Bewerbungen wie möglich (ausgenommen sind politischen Stiftungen), gestalte sie aber gleichzeitig so individuell wie du kannst. Oft lohnt sich der Aufwand von Mehrfachbewerbungen aber. Nach einer Zusage wirst du zu einem persönlichen Gespräch eingeladen, in diesen noch einmal gründlich aussortiert wird.

Einige Stiftungen veranstalten auch Auswahlseminare, in denen Präsentationen und Gruppendiskussionen geführt werden. Dort musst du natürlich sehr vorbereitet auftauchen um auch die zweite Hürde zu bestehen. Informiere dich über die Stiftung, was ihr politischer und religiöser Hintergrund ist und wie sie sich sozial engagiert. Des Weiteren solltest du nach prominenten Mitgliedern bzw. Stipendiaten suchen, um von ihnen vielleicht Tipps zu bekommen.

Wenn du dich bewirbst, musst du meist folgende Unterlagen einreichen:

  • Antragsformular
  • Übersicht über deine Studienleistungen
  • Gutachten eines Hochschullehrers
  • Abiturzeugnis
  • Lebenslauf
  • Motivationsschreiben
  • Beglaubigte Leistungsnachweise
  • Nachweise über Sprachkenntnisse
  • (Nachweise über landeskundliche Kenntnisse)

Und dann?

Du hast dein Stipendium bekommen? Herzlichen Glückwunsch! Doch auch danach gibt es noch einige Dinge zu planen. „Administrative Vorbereitung“ ist das Stichwort. Visum, Unterkunft, Urlaubssemester beantragen, Krankenversicherung und die Anerkennung deiner im Ausland erbrachten Leistungen, sollten jetzt deine weiteren Schritte sein. Wie das geht, haben wir hier für dich zusammengefasst. 

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Autor: kunDAbunt

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